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Geologische Weinbau-Großlagen - Quartäre Einheiten

Quartäre EinheitenBeschreibung
Neogene BeckenfüllungenBeschreibung
Kristallines GrundgebirgeBeschreibung
Die Quartären Terrassenaufschüttungsebenen liegen im Nordosten des Pannonischen Beckens

Die Landoberfläche des Burgenlandes wird überwiegend von jungen Sedimenten bedeckt. Im NO des Landes dominieren (meist mit einer Saumbedeckung von äolischem Löß, Lößlehm oder Flugsand) fluviatile Schotterablagerungen des Quartärs als großflächige Terrassenaufschüttungen und Verebnungen auf so genanntem „inneralpinem Tertiär“ (Neogen). Diese sind jedoch wie im Fall der bekannten „Parndorfer Schotter“ und „Seewinkelschotter“ keine reinen Schotter-Ablagen, sondern sie bestehen oft aus Wechsellagerungen mit sandig-schluffigen und tonreichen Sedimenten. Unterlagert sind diese Gletschergewässersedimente von sehr mächtigem neogenem Pannonium, das nahe der Staatsgrenze zu Ungarn eine Tiefe von ca. 2.500 m erreicht. Die beiden weiteren neogenen Stufen Badenium und Sarmatium zeigen sich mit fossilbelegten Sanden und Tonmergel nur in Form einer relativ schmalen Schicht (max. 120 m mächtig) auf den eingesunkenen Ausläufern des Grundgebirge-Kristallins.

In dem großen Sedimentdelta im NO lassen sich an quartären Terrassenaufschüttungsebenen im Detail zwei Landschaftsräume unterscheiden:

► Die Parndorfer Platte, die von 182 m SH (im NW) mit 1,5 ‰ Neigung auf 144 m SH im SO abfällt, wird ganzflächig von „Parndorfer Schotter“ in einer Mächtigkeit von max. 8-10 m bedeckt. Diese Sedimente stammen aus dem Pleistozän, v.a. aus dem Eiszeitalter Mindel (z.T. auch Günz), und können zwei Liefergebieten, einerseits der Ur-Donau (z.B. Böhmisches Massiv, Kalkalpen) und andererseits der Ur-Leitha sowie Ur-Fischa (aus Buckliger Welt, Wechsel, Rosaliengebirge, Leithagebirge) zugeschrieben werden.
Weinbaulich genutzt wird die Parndorfer Platte heute vor allem am südlichen Rand entlang der Linie von Neusiedl-Halbturn, speziell im Bereich der dort entstandenen, steil (ca. 25 m) nach S abfallenden Geländestufe („Burgenländischer Wagram“) mit flächenhaften Abspülungen (des Pannonium) von den Hängen. Insgesamt sind hier 11,6 % der Weinbaufläche anzutreffen.

► Im nach dieser Geländekante folgenden tiefer liegenden Seewinkel streicht die flächenhafte Verebnung durch quartäre fluviatile Schotterserien leicht abfallend in NS-Richtung von 125 m SH auf 114 m SH (zum tiefsten Punkt Österreichs bei Apetlon) mit immer stärkerer Auskeilung der Schottermächtigkeit (bis 40 m). Diese „Seewinkelschotter“ haben ein Alter von Riß und lokal bis Würm. Sie liegen auf einem interglazialen Humushorizont, der wiederum flächenhaft von älteren Schottern aus dem Mindel (Parndorfer Schotter) unterlagert wird. In ihrer Herkunft entstammen sie der Ur-Donau aus dem N (v.a. Quarzit, Kristallin und Schiefer-Komponenten), wahrscheinlich aber auch eines Ur-Raab-Rabnitz-Flusssystems aus südlicher Richtung mit kalkalpinen Komponenten in ausgeprägter Schräg- und Kreuzschichtung. Südöstlich der Linie Podersdorf-Tadten-Andau „versandet“ der Schotterkomplex immer stärker. Im Bereich Podersdorf-Illmitz-Apetlon sind die Seewinkelschotter unterlagert durch einen 0,5 – 1 m mächtigen, stauenden „salzführenden Horizont“ aus lössähnlichem Feinmaterial („Schwemmlöß“), der möglicherweise mit den dort vorhandenen, seichten kleinen Salzlacken in Verbindung steht. In Summe stehen im Seewinkel auf Schotter rd. 36,1 % der Rebfläche des Burgenlandes.

Terrassenschotter im Wulka-Delta: Die im Quartär im Bereich der Mündung der Wulka in das Neusiedlersee Becken (in nur wenige Meter-Mächtigkeit) abgelagerten tieferen Terrassenschotter (der Ur-Wulka) könnten auch dem Eisenstädter Becken zurechnet werden, doch erscheint es in Anbetracht der großflächigen Aufschüttungsebene angebracht, sie als eigene Einheit mit rd. 2,1 % Anteil auszuweisen.


Sonstige quartäre Sediment-Einheiten im Nordosten des Burgenlandes

Hangfuß des Leithagebirges: Die eindeutig abgrenzbare quartäre Prägung (Lehm, Sand, im N Lösslehm) des ins Neusiedlersee-Becken auslaufenden Hangfußes des Leithagebirges nimmt als langer schmaler Streifen einen Rebflächenanteil von knapp 4 % ein.

Neusiedlerseeniederung: Direkt rund um den Neusiedlersee säumt ein Randstreifen mit einem postglazialen (holozänen) limnischen, weiß/dunkelgrauen, fein geschichteten, sehr feinkörnigen Sediment-Komplex von Ton-Schluff-Sand („Seeton“) die Uferzone. Der Anteil an der gesamten bgld. Weinbaufläche liegt bei rund 4,3 %.

Waasen: dieses erst zu Beginn des 20. Jh. durch die Errichtung des Einser-Kanals trocken gelegte Gebiet tiefgründiger Torfablagerung, das sich gegen SO hin in den ungarischen Hanság fortsetzt, wird weinbaulich kaum genutzt.

Schematische Darstellung der geologischen Schichtenfolge im Nordosten des Burgenlandes
im Bereich Parndorfer Platte und Seewinkel mit starker Auskeilung des Pannons in NS-Richtung
und relativ flach aufliegender quartärer Gesteinsformationen (eigene Darstellung)
Quartäre Terrassenaufschüttungsebenen
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