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Geologische Weinbau-Großlagen - Kristallines Grundgebirge

Quartäre EinheitenBeschreibung
Neogene BeckenfüllungenBeschreibung
Kristallines GrundgebirgeBeschreibung
Kristallines Grundgebirge, in freiliegenden Fenstern

Eisenberg-Rechnitz-Einheit: die Gesteinsserien des Pennins treten nur sehr kleinräumig im Fenster von Rechnitz und den oberen Bereichen von Eisenberg im Südburgenland zu Tage, u. zw. in einem Ausmaß von 1,3 % Flächenanteil an der Rebfläche des Burgenlandes.

Ödenburger Gebirge: in einigen Hanglagen von Neckenmarkt im Mittelburgenland, an den östlichen Ausläufern der Ostalpen (Sopron-Serie v.a. mit Glimmerschiefer und Orthogneis), knapp vor deren Abtauchen unter die mächtigen neogenen Sedimentablagerungen in der Kleinen Ungarischen Tiefebene, mit einem Anteil von 0,5 %.


Kristallines Grundgebirge, meist überlagert mit Neogen-Sedimenten an den Flanken oder in fast kompletter Oberflächenbedeckung

Ruster Höhenzug (Hügelland): trennt die Wulkaniederung vom Neusiedlersee, mit steilen Flanken im W, mit flachem Abfall im O zum See hin. Der von Schützen a.G. in NS-Richtung bis nach Ungarn (Fertörákos) verlaufende, etwa 22 km lange, 3 km breite und bis 224 m hohe Gebirgsrücken ist im Kern unterostalpines Kristallin (noch ungeklärt, ob zum Semmering-Komplex oder zum Koralpe-Wölz-Deckensystem gehörend). Diese metamorphen Gesteine (eng wechsellagernde Schichten mit Dominanz von Hellglimmer-Quarzit-Schiefer und quarzitischem Paragneis, vergesellschaftet mit Amphiboliten, Biotitgneisen und Orthogneisen, aber ohne permomesozoisches (Meta-)Sediment wie am Leithagebirge) zeigen sich allerdings obertags freiliegend nur an ganz wenigen Stellen (z.B. Fenster am Gold- u. Seeberg in Schützen). Überwiegend ist das Kristallin durch fluviatile neogene Ruster Schotter und Sand (syn. Ruster Formation), v.a. aus unterostalpinem kristallinem Material (grauer bis hellweißer Quarz, feinkörniger Quarzit, stark zersetzter Grobgneis) des Karpatiums in einer Mächtigkeit bis zu 100 m umhüllt. Diese grobklastischen, gut gerundeten Schotter und der feine/grobe Sand wurden in mehreren isolierten Schollen, v.a. am W-Rand des Ruster Höhenzuges (St. Margarethen, mit Mächtigkeiten >60 m) und am NO-Rand (Oggau, Rust), größerflächig von Leithakalk (Badenium) überlagert. Der flächenmäßige Weinbauanteil dieser stark differenzierten geologischen Großlage beträgt 7,9 %.

Leithagebirge (vulgo Leithaberg): dieser Sporn des zentralalpinen-karpatischen Grundgebirgsbogen im niederösterreichisch-burgenländischen Grenzbereich erstreckt sich auf einer Länge von 35 km und in einer Breite von 8 km von der Wiener Neustädter Pforte im SW (bis 483 m hoch) zunehmend abflachend bis zur Brucker Pforte im NO. Tektonisch wahrscheinlich dem unterostalpinen Semmering-Komplex angehörend besteht der Kern relativ monoton aus Gesteinen der Grobgneisserie, v.a. aus Hüllschiefer der Art Hellglimmerschiefer, nur im SW aus Grobgneis und mancherorts (z.B. Jois/Winden) mit auflagernden permomesozoischen (Meta-)Sedimenten. An die Geländeoberfläche tritt das Kristallin nur an einigen wenigen Stellen.
Der oben bewaldete Bergrücken ist an den Flanken - ebenso wie die südlich vorgelagerten isolierten Kristallinschollen von Hackelsberg und Jungenberg (bei Jois), die jedoch geologische mehr Nähe zum Ruster Höhenzug haben, durch neogene Serien ummantelt. In den weinbaulich genutzten höheren Lagen (v.a. westl. v. Donnerskirchen und nördl. v. Breitenbrunn) kam insbesondere Kalk zur Ablagerung, mariner Riff-Fossilkalk („Leithakalk“) des Badenium (Alter 16,0-12,7 Mio. Jahre) und detritärer (küstennah zerriebener und umgelagerter) Leithakalk des Sarmat (Alter 12,7-11,6 Mio. Jahre), in sehr unterschiedlicher Härte (mürbe bis polierfähig), in einer Mächtigkeit bis zu 100 m. Dieser Kalk-Saum ist westlich von Donnerskirchen großflächig und nördlich von Breitenbrunn sogar flächenhaft ausgebildet, zwischen Donnerskirchen und Breitenbrunn jedoch nur als schmales und wenig mächtiges Band. Die tieferen Hanglagen sind geprägt von Wechselüberlagerungen sarmatischer und pannonischer Sedimente (Schotter, Sande und Tonmergel). In Summe umfassen diese geologischen Einheiten 9,1 % der bgld. Rebfläche, wobei der vom Quartär (letzte 1,8 Mio. Jahre) dominierte Hangfuß nicht inkludiert ist, da er als separate geologische Weinbau-Einheit ausgewiesen wird (mit 3,9 % Anteil).
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