Burgenland Burgenland Burgenland Burgenland

Geschichte

Das Burgenland ist das jüngste und östlichste Bundesland Österreichs. Vor seiner Eingliederung im Jahr 1921 war es kein autonomes Land, aber als überwiegend deutschsprachiges „Deutsch-Westungarn“ integraler Bestandteil des Königreichs Ungarn seit rund 1000 Jahren. Historisch und geographisch ist das Burgenland ein altes Grenzland.

Heute hat das Burgenland eine Gesamtfläche von 3.965 km2 und grenzt als langgezogener schmaler Grenzstreifen (in der NS-Achse 143 km lang; in der Mitte besonders enghalsig und nur 4 km breit) mit einer Länge von 397 km an die Nachbarstaaten Slowakei, Ungarn und Slowenien sowie mit einer Grenzlinie von 374 km an die beiden Nachbarbundesländer Niederösterreich und Steiermark.

Die ersten menschlichen Spuren in diesem Gebiet führen in das späte Mesolithikum (Mittelsteinzeit, 10.000-5.000 v. Chr.) zurück. In der frühen Jungsteinzeit (6.000-4.000 v. Chr.) waren die Ebenen um den Neusiedler See bereits dicht bewohnt. Im 5. Jh. v. Chr. lebten hier die Kelten. Um 15 v. Chr. wurde die Region als Teil Pannoniens in das römische Weltreich einverleibt. Während der Zeit der Völkerwanderung siedelten hier die Hunnen, Goten, Langobarden, Awaren und Onoguren. Unter Karl dem Großen (um 800) wurden die ersten deutschsprachigen Grenzwächtersiedlungen errichtet. Um 900 erkämpften die Magyaren die Herrschaft. Leitha und Lafnitz, heute die Landesgrenze des Burgenlandes gegen Niederösterreich und der Steiermark, bildeten ab dem 11. Jh. n. Chr. die Grenze zwischen Österreich und dem Königreich Ungarn, und dies rund ein Jahrtausend lang. Im 11. Jh. begann auch die stärkere Zuwanderung von fränkisch-bayrischen Siedlern, die das ganze Mittelalter hindurch andauerte. Nach den Türkenkriegen, der Reformation und Gegenreformation setzte insbesondere durch die mächtigen Adelsfamilien Esterházy und Batthyány ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Ab dem 16. Jh. begann der Zuzug von Kroaten aus Slawonien, im 17. Jh. entstanden bedeutsame Judensiedlungen im Süd- und Mittelburgenland und ab dem späten 18. Jh. wurden umherziehende Roma sesshaft. Ab Mitte des 19. Jh. war die deutsche Bevölkerung einer zunehmenden magyarischen Nationalitätenpolitik durch die Ungarn ausgesetzt und es kam zu ersten Spannungen. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges (1914-1918) zeichnete sich immer mehr ab, dass die kaiserlich-königliche Monarchie Österreich-Ungarn zerfallen wird. Der Krieg war nicht mehr zu gewinnen, die verschiedenen nationalen Interessen ließen sich nicht mehr vereinen. Der letzte Versuch von Karl I. (Kaiser von Österreich und König von Ungarn) mit einem „Völkermanifest“ (1918) die Habsburgermonarchie zu retten und Österreich-Ungarn zu einem Bundesstaat zu vereinen, in dem alle Nationalitäten ihr eigenes staatliches Gemeinwesen bilden, wurde jedoch abgelehnt.
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