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Topografische Prägung

Die Topografie, auch Relief, Terrain, Geländeform, Geländeprofil oder Oberflächengestalt des Geländes genannt, vermag kleinräumigen Örtlichkeiten im Bereich eines Weinbaugebietes einen sehr starken modifizierenden Einfluss zu verleihen. Die Abänderungen hinsichtlich Wärmegunst, fotosynthetisch aktiver Strahlung, Niederschlag, Luftfeuchte, Wasserversorgung, Windexposition, Windgefährdung, Frostgefährdung, Dauer der Vegetationszeit u.a. schlagen sich im unterschiedlichen Gedeihen der Reben und in ihrem Leistungspotenzial nieder. Die Topographie eines Weingartenstandortes steht somit in enger Wechselbeziehung zum Mikroklima und zum Boden.

Als kennzeichnende Parameter für die Topografie dienen:
    Geographische Breite
    Höhenlage = Seehöhe (m)
    Hangneigung = Inklination (% oder °)
    Hangrichtung = Exposition = Neigungs- oder Himmelsrichtung bzw. Grad gegen Norden
    Wölbung = Wölbungsstärke einer Erhöhung (Hügel)
    Horizontalabschirmung (z.B. durch benachbarten Wald)
Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass auf physikalischen Gesetzen beruhend mit zunehmender Höhenlage das Klima rauher und die Vegetationszeit verkürzt wird. In unseren Breiten wird mit Zunahme der Seehöhe um 100 m von einer Abnahme der mittleren Jahrestemperatur von rund 0,6 °C ausgegangen, was eine Reduktion des Mostgewichts um knapp 1 °KMW (ca. 5 °Oe) bei gleichzeitig erhöhtem Säuregehalt nach sich ziehen soll.

Als der ideale Weingartenstandort wird seit alters her der Hang angesehen. Nur ist der Hang keine homogene Einheit. Diese Landschaftsform reicht vom Steilhang über den Hügel (mittelgroße Landschaftserhebung) bis zum Riedel (flacher, schmaler, langgestreckter Geländerücken). Auch macht es einen gewaltigen Unterschied, ob der Weingarten (Ried) im Bereich oben an der Hangkuppe oder unten am Hangfuß liegt. Aber nicht nur die Hanghöhe über dem Talgrund ist von Bedeutung, sondern auch ob die Anpflanzung der Reben in Falllinie vorliegt oder in alten, kleinen, schmalen Querterrassen oder in jüngerer Zeit künstlich angelegten großflächigen Terrassenstufen. Der Hang erhält entsprechend seiner Hangneigung sowohl in den Sommermonaten und noch mehr relevant während der Traubenreifezeit eine höhere Wärmegunst, sowohl hinsichtlich des Anteils an Sonnenstunden, als auch bezüglich des Einfallswinkels der Sonnenstrahlen. Als optimal für die Temperatur und potenzielle Sonneneinstrahlung betrachtet man eine Hangneigung von 20-25°. Diesbezüglich ist auch eine Hangexposition in Richtung Süd, Süd-Ost und Süd-West in der nördlichen Anbauzone eindeutig von Vorteil.

Freie Hochflächen (Hochplateaus) haben nicht nur durch ihre Höhenlage weniger Wärme- und Strahlungsgenuss, sondern sind oft starkem Wind ausgesetzt.

Ebene Tallagen sind unter hochsommerlichen Bedingungen bei wolkenlosem Himmel tagsüber eindeutig am wärmsten, nachts dagegen kälter. Vor allem Tieflagen in Mulden, in denen sich im Herbst, Winter und Frühjahr die Kaltluft sammelt, sind besonders stark gefährdet durch Frost. In Tallagen ist die deutlich längere Blatt- und Traubennässezeit vor allem im Hinblick auf den Rebschutz, zu berücksichtigen.
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