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A-C Böden auf feinem Lockersediment („Schwarzerde-Gruppe“) - TSCHERNOSEM

TschernosemBeschreibung
ParatschernosemBeschreibung
Horizont
Arig
0-40 cm
Cca
40-70 cm
D
70-120 cm
Der Tschernosem (syn. Steppenschwarzerde, urspr. russ. Cheronozem) ist ein tiefgründiger A-C-Boden aus kalkreichen, aber auch silikatisches Material enthaltenen Feinsedimenten, vorwiegend aus Löss, Kalksand, lockerem Mergel oder Tegel. Der A-Horizont ist je nach Feuchte grau, bräunlich bis tiefschwarz, mit einer Mächtigkeit von mindestens 30 cm, oftmals aber bis mehrere Meter mächtig, teils direkt auf dem Ausgangsmaterial aufsitzend (A-C-Profil), teils mit einem breiten, allmählichen Horizontübergang (AC) und einem A-AC-C-Profil.
Tschernoseme sind die typischen Böden des kontinentalen Steppenklimas, das zur Zeit der Bildung dieser Böden herrschte. Sie zählen aufgrund ihrer bodenphysikalischen Eigenschaften zu den fruchtbarsten Bodenvorkommen überhaupt, grundsätzlich mit mittelgroßem u. großem Porenvolumen, guter Durchlüftung, Erwärmbarkeit und Wärmeleitfähigkeit, guter Wasserleitung, hoher Quellfähigkeit und hoher Wasserspeicherkapazität, ausgezeichnetem Nährstoffspeichervermögen, mit hoher biologischer Aktivität, oft metertief in den C-Horizont reichenden ehemaligen Regenwurmgängen und Krotowinen wühlender Nagetiere, die mit dunklem, humosem Material befüllt sind. Je nach Bodenart („Bodenschwere“) und Ausgangsmaterial gibt es gewisse Unterschiede in den Eigenschaften. Insbesondere Tschernosem aus Löss (lehmiger Sand bis Lehm) ist von höchster Bonität in der ackerbaulichen Nutzung, wegen seines hohen Schluffanteils unterliegt er aber durch unsachgemäße menschliche Eingriffe bei der Bearbeitung einer hohen strukturzerstörenden Gefahr (Erosion, Verschlemmung, Krumendegradation, Entkalkung, Tonverlagerung, Strukturverschlechterung bzw. Verdichtung im Unterboden). Dort, wo unterlagernder Schotter (D-Horizont) und grenzwertig mächtiger A-Horizont (um nur knapp 30 cm) zusammentreffen, wie häufig im Seewinkel im Nordburgenland, reduzieren sich aber die guten Leistungseigenschaften wegen der verminderten Wasserspeicherfähigkeit sehr rasch.

Tschernoseme treten im pannonischen Klimagebiet Österreichs in einer großen Variationsbreite mit Subtypen auf:
Typische Tschernoseme = jüngere, hellere, gelblich-braune, kalkhaltige (zumindest in den oberen 40 cm), nicht degenerierte Tschernoseme; meist auf Anhöhen.
Degratierte Tschernoseme = ältere, dunkle, braungraue (im trockenen Zustand) bis dunkelschwarze (im feuchten Zustand), mehr od. weniger degradierte, im A-Horizont entkalkte (durch Sickerwasser), aber im AC-Horizont, insbesondere aber im C-Horizont („Ca-Horizont“) sehr stark mit Kalk angereicherte (z.T. Pseudomyzelien, also Ca-Ausblühungen ähnlich Pilzmyzelgeflecht) Tschernoseme; meist in tiefen Lagen.
Rumpftschernoseme = durch langjährige Bodenbearbeitung erodierter Rest eines Tschernosems aus silikatischem Feinmaterial, mit oder ohne Ca, A-Horizont meist nur mehr <30 cm mächtig, durchwegs in Vergesellschaftung mit typischen oder degradierten Tschernosemen, mittel bis geringwertiges Ackerland.
Tschernosem aus trockengefallener Feuchtschwarzerde = durch native Senkung des Grundwasserspiegels oder durch menschliche Eingriffe „trockengefallene“ („entwässerte“) Feuchtschwarzerde. Der A-Horizont ist meist sehr mächtig, tiefschwarz (feucht), dunkelgrau-blaustichig oder aschig-staubig (wenn trocken) und entkalkt. Der AC-Übergangshorizont zeigt eine sehr starke Anreicherung von Kalk. In Hangfußbereichen und Mulden anzutreffen.
Gegrabene BodenprofileBeschreibung
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